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UNSERE VERANSTALTUNGEN  Frühjahr 2017 IM ÜBERBICK


29.03. 2017
Lesung: Malou Berlin | Brandspuren

05.04. 2017
Lesung: Anne Wizorek | Weil ein #Aufschrei nicht reicht

27.04.2017
Lesung: Alina Herbing | Niemand ist bei den Kälbern

28.04.2017
Buchstabensalat

15.05.2017
Lesung: Olga Grjasnowa | Gott ist nicht schüchtern

16.05.2017
Vortrag und Diskussion: Karin Wetterau | 68

31.05.2017
Lesung: Ingeborg Gleichauf | Poesie und Gewalt
Das Leben der Gudrun Ensslin

08.06.2017
Literatur im Gespräch: Eulenspiegels Deutschstunde


Bitte reservieren Sie rechtzeitig.

Ingeborg Gleichauf
Poesie und Gewalt. Das Leben der Gudrun Ensslin

Nach Ihren bemerkenswerten Biographien über Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Max Frisch und Ingeborg Bachmann wendet sich die Freiburger Literatur-wissenschaftlerin und Publizistin Ingeborg Gleichauf nun mit Gudrun Ensslin einer der umstrittensten Figuren der siebziger Jahre zu.

Fast stereotyp wurde Gudrun Ensslin von ihrem Lebensende her als Teil der Führungsspitze der RAF gedeutet - so bei Stefan Aust in seinem Buch „Der Baader-Meinhof-Komplex“, so auch bei Gerd Koenen oder Hans Magnus Enzensberger. Ingeborg Gleichaufs Interesse ist ein weiter gefasstes: sie leuchtet die Stationen der Lebensgeschichte Ensslins aus, das Hineinwachsen in das intellektuelle Bürgertum Nachkriegsdeutschlands, sieht in ihr die literarisch hochgebildete Person, schildert die Zeitumstände, die die Entwicklung hin zur Gewaltbereitschaft begünstigt haben. Einer der Hauptgedanken in Gleichaufs Buch: Ensslins intensive Schreibtätigkeit und die Literaturbegeisterung wurden bestimmend für ihre Weltanschauung – so die Beschäftigung mit dem Schriftsteller Hans Henny Jahnn und seiner großen Romantrilogie "Fluß ohne Ufer" im Zusammenhang mit der Arbeit an ihrer Promotion. Sie habe die Ablösung von Religion und Moralkodex des elterlichen Pfarrhauses forciert. Jahnns Verklärung der Tat (und der Tatkraft) als einzig gültigem Ausdruck eines Menschenlebens finde – so Gleichauf –gewissermaßen ihre Entsprechung in  den militanten Erlösungsphantasien der RAF.

Nicht zuletzt handelt "Poesie und Gewalt" als  besondere Verbindung von Erzählung und Analyse auch von der Schwierigkeit oder gar Unmöglichkeit einer Biografie, die immer nur Annäherung sein kann.

Ingeborg Gleichauf, geboren 1953 in Freiburg im Breisgau, ist Literaturwissenschaftlerin und Publizistin
Ingeborg Gleichauf, Poesie und Gewalt. Das Leben der Gudrun Ensslin
Klett-Cotta, 22,– €

Mittwoch, 31. Mai 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt: 8,–/ 6,– €

Eulenspiegels Deutschstunde
Literatur im Gespräch

Ein neues Veranstaltungsformat soll hier erprobt werden. Die Idee:
Wir führen an diesem Abend ein Gespräch über einen Roman, den wir zuvor gelesen haben, um uns dann gemeinsam über Inhalt, Form und Sprache zu verständigen. Dabei geht es keinesfalls darum, evtl. traumatische Erlebnisse aus schulischen oder universitären Zeiten zu wiederholen, sondern wir wollen im Gespräch unsere Erfahrungen mit dem Text mitteilen, unsere literarische Wahrnehmung schärfen und uns darüber austauschen, was uns jeweils gefallen hat, uns aufgefallen ist oder aber auf Widerstände stieß.
Um nicht nur »aus dem Bauch« heraus zu urteilen, haben wir an diesem Abend den Literaturwissenschaftler Holger Dainat von der Universität Bielefeld gebeten, am Konzept und an der Begleitung des Gesprächs mitzuwirken.
Beginnen möchten wir unser Gespräch/unsere Unterhaltungen an diesem ersten Abend mit dem Roman von Saša Stanišic: »Wie der Soldat das Grammofon repariert.« (btb Taschenbuch, 9,99 €)
Stanišic wurde 1978 in Višegrad/Bosnien- Herzegowina geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Roman »Vor dem Fest« wurde 2014 mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichnet. 2016 erschien ein Band mit Erzählungen »Fallensteller«.

Donnerstag, 8. Juni 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt frei