Webseite zur Beilegung verbraucherrechtlicher Streitigkeiten

UNSERE VERANSTALTUNGEN  Frühjahr 2017 IM ÜBERBICK


29.03. 2017
Lesung: Malou Berlin | Brandspuren

05.04. 2017
Lesung: Anne Wizorek | Weil ein #Aufschrei nicht reicht

27.04.2017
Lesung: Alina Herbing | Niemand ist bei den Kälbern

28.04.2017
Buchstabensalat

15.05.2017
Lesung: Olga Grjasnowa | Gott ist nicht schüchtern

16.05.2017
Vortrag und Diskussion: Karin Wetterau | 68

31.05.2017
Lesung: Ingeborg Gleichauf | Poesie und Gewalt
Das Leben der Gudrun Ensslin

08.06.2017
Literatur im Gespräch: Eulenspiegels Deutschstunde


Bitte reservieren Sie rechtzeitig.

Olga Grjasnowa
Gott ist nicht schüchtern

Amal und Hammoudi sind jung, schön und privilegiert, und sie glauben fest an die Notwendigkeit einer Revolution in Syrien. Als sie ausbricht, feiert Amal gerade ihre ersten Erfolge als Schauspielerin und träumt von kommendem Ruhm. Zwei Jahre später wird sie im Ozean treiben, weil das Frachtschiff, auf dem sie nach Europa geschmuggelt werden sollte, untergegangen ist. Sie wird ein Baby retten, das sie zu sich nimmt. Hammoudi hat gerade sein Medizinstudium beendet und eine Stelle im besten Krankenhaus von Paris bekommen. Er fährt nach Damaskus, um die letzten Formalitäten zu erledigen. Noch weiß er nicht, dass er seine Verlobte Claire niemals wiedersehen wird. Dass er mit hundert Wildfremden auf einem winzigen Schlauchboot hocken und darauf hoffen wird, lebend auf Lesbos anzukommen. In Berlin werden sich Amal und Hammoudi wiederbegegnen: zwei Menschen, die alles verloren haben und nun von vorn anfangen müssen.
Olga Grjasnowas Romane erinnern uns daran, dass es nicht nur diese eine Welt vor unserer Haustür gibt, sondern sehr viele Welten, und dass es sich lohnt, sie kennenzulernen. Ihr neues Buch ist ein erschütterndes Dokument unserer Zeit.

Olga Grjasnowa wurde 1984 in Baku, Aserbeidschan geboren. Im Alter
von elf Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Später verbrachte sie längere Zeit in Polen, Russland und Israel. Für ihren Debütroman »Der Russe ist einer, der Birken liebt« wurde sie mit dem Klaus- Michael Kühne-Preis und dem Anna Seghers-Preis ausgezeichnet.

Olga Grjasnowa, Gott ist nicht schüchtern
Aufbau Verlag | 22,– €

Montag, 15. Mai 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt: 8,–/ 6,– €

Karin Wetterau
68 - Täterkinder und Rebellen. Familienroman einer Revolte

68, immer schon Gegenstand heftiger Kritik von „rechts“, ist in den letzten Jahren zur Zielscheibe „linker“ Kritik geworden. Die 68erInnen, so wird von einigen Historikern – darunter ehemalige Aktivisten der Bewegung – behauptet, seien allen Legenden zum Trotz in Wahrheit ihren Nazi-Eltern „schrecklich ähnlich“ gewesen: in ihrem Denken, in ihrem Handeln und in ihrer verhängnisvollen Neigung zu politisch motivierter Gewalt.

Im Spannungsfeld solcher Anwürfe und Kontroversen führte Karin Wetterau Gespräche mit beteiligten ZeitzeugInnen und InitiatorInnen der 68er-Bewegung. Sichtbar werden Kontinuitäten und Brüche im Selbst-findungsprozess einer politischen Generation, zu deren einschneidenden frühen Erlebnissen eine Kindheit im Krieg, die Trümmerlandschaften der Nachkriegszeit und die Konfrontation mit den Verbrechen des National-sozialismus gehören. Das herrschende Erinnerungstabu in der politischen Kultur der 50er und 60er Jahre und das Schweigen in den Familien über die eigene Beteiligung verdichten sich für die Nachgeborenen zu einem Szenario, in dem der Faschismus nicht als Vergangenheit, sondern in den politischen Auseinandersetzungen und in der Konfrontation mit einer feindseligen Bevölkerung als aktuelle Bedrohung erlebt wird. Dies wird zur explosiven Triebkraft einer Revolte, die in der deutschen Nachkriegsgeschichte einzigartig ist.
Im Gespräch mit der Bielefelder Historikerin Ingrid Gilcher-Holtey, die den Blick noch einmal auf die historischen Ereignisse rund um 68 weitet, sollen diese Überlegungen vorgestellt und diskutiert werden.

Karin Wetterau, nach vielen Jahren im LehrerInnenberuf seit Anfang der 1990er Jahre Lehrbeauftragte an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld und Lehrerin im Hochschuldienst
Ingrid Gilcher-Holtey, Universität Bielefeld, Fakultät für Geschichts-wissenschaft mit dem Schwerpunkt Zeitgeschichte; zahlreiche Veröffentlichungen zu 1968( zuletzt: A Revolution of Perception? Consequences and Echoes of 1968 )

Karin Wetterau,68.Täterkinder und Rebellen. Familienroman einer Revolte, Aisthesis Verlag 2017, 28,- Euro

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Bielefeld

Dienstag, 16. Mai 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt: 4,–/ 3,– €

Ingeborg Gleichauf
Poesie und Gewalt. Das Leben der Gudrun Ensslin

Nach Ihren bemerkenswerten Biographien über Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Max Frisch und Ingeborg Bachmann wendet sich die Freiburger Literatur-wissenschaftlerin und Publizistin Ingeborg Gleichauf nun mit Gudrun Ensslin einer der umstrittensten Figuren der siebziger Jahre zu.

Fast stereotyp wurde Gudrun Ensslin von ihrem Lebensende her als Teil der Führungsspitze der RAF gedeutet - so bei Stefan Aust in seinem Buch „Der Baader-Meinhof-Komplex“, so auch bei Gerd Koenen oder Hans Magnus Enzensberger. Ingeborg Gleichaufs Interesse ist ein weiter gefasstes: sie leuchtet die Stationen der Lebensgeschichte Ensslins aus, das Hineinwachsen in das intellektuelle Bürgertum Nachkriegsdeutschlands, sieht in ihr die literarisch hochgebildete Person, schildert die Zeitumstände, die die Entwicklung hin zur Gewaltbereitschaft begünstigt haben. Einer der Hauptgedanken in Gleichaufs Buch: Ensslins intensive Schreibtätigkeit und die Literaturbegeisterung wurden bestimmend für ihre Weltanschauung – so die Beschäftigung mit dem Schriftsteller Hans Henny Jahnn und seiner großen Romantrilogie "Fluß ohne Ufer" im Zusammenhang mit der Arbeit an ihrer Promotion. Sie habe die Ablösung von Religion und Moralkodex des elterlichen Pfarrhauses forciert. Jahnns Verklärung der Tat (und der Tatkraft) als einzig gültigem Ausdruck eines Menschenlebens finde – so Gleichauf –gewissermaßen ihre Entsprechung in  den militanten Erlösungsphantasien der RAF.

Nicht zuletzt handelt "Poesie und Gewalt" als  besondere Verbindung von Erzählung und Analyse auch von der Schwierigkeit oder gar Unmöglichkeit einer Biografie, die immer nur Annäherung sein kann.

Ingeborg Gleichauf, geboren 1953 in Freiburg im Breisgau, ist Literaturwissenschaftlerin und Publizistin
Ingeborg Gleichauf, Poesie und Gewalt. Das Leben der Gudrun Ensslin
Klett-Cotta, 22,– €

Mittwoch, 31. Mai 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt: 8,–/ 6,– €

Eulenspiegels Deutschstunde
Literatur im Gespräch

Ein neues Veranstaltungsformat soll hier erprobt werden. Die Idee:
Wir führen an diesem Abend ein Gespräch über einen Roman, den wir zuvor gelesen haben, um uns dann gemeinsam über Inhalt, Form und Sprache zu verständigen. Dabei geht es keinesfalls darum, evtl. traumatische Erlebnisse aus schulischen oder universitären Zeiten zu wiederholen, sondern wir wollen im Gespräch unsere Erfahrungen mit dem Text mitteilen, unsere literarische Wahrnehmung schärfen und uns darüber austauschen, was uns jeweils gefallen hat, uns aufgefallen ist oder aber auf Widerstände stieß.
Um nicht nur »aus dem Bauch« heraus zu urteilen, haben wir an diesem Abend den Literaturwissenschaftler Holger Dainat von der Universität Bielefeld gebeten, am Konzept und an der Begleitung des Gesprächs mitzuwirken.
Beginnen möchten wir unser Gespräch/unsere Unterhaltungen an diesem ersten Abend mit dem Roman von Saša Stanišic: »Wie der Soldat das Grammofon repariert.« (btb Taschenbuch, 9,99 €)
Stanišic wurde 1978 in Višegrad/Bosnien- Herzegowina geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Roman »Vor dem Fest« wurde 2014 mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichnet. 2016 erschien ein Band mit Erzählungen »Fallensteller«.

Donnerstag, 8. Juni 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt frei