Webseite zur Beilegung verbraucherrechtlicher Streitigkeiten

UNSERE VERANSTALTUNGEN  Frühjahr 2017 IM ÜBERBICK


29.03. 2017
Lesung: Malou Berlin | Brandspuren

05.04. 2017
Lesung: Anne Wizorek | Weil ein #Aufschrei nicht reicht

27.04.2017
Lesung: Alina Herbing | Niemand ist bei den Kälbern

28.04.2017
Buchstabensalat

15.05.2017
Lesung: Olga Grjasnowa | Gott ist nicht schüchtern

16.05.2017
Vortrag und Diskussion: Karin Wetterau | 68

31.05.2017
Lesung: Ingeborg Gleichauf | Poesie und Gewalt
Das Leben der Gudrun Ensslin

08.06.2017
Literatur im Gespräch: Eulenspiegels Deutschstunde


Bitte reservieren Sie rechtzeitig.

Eulenspiegels Deutschstunde
Literatur im Gespräch

Ein neues Veranstaltungsformat soll hier erprobt werden. Die Idee:
Wir führen an diesem Abend ein Gespräch über einen Roman, den wir zuvor gelesen haben, um uns dann gemeinsam über Inhalt, Form und Sprache zu verständigen. Dabei geht es keinesfalls darum, evtl. traumatische Erlebnisse aus schulischen oder universitären Zeiten zu wiederholen, sondern wir wollen im Gespräch unsere Erfahrungen mit dem Text mitteilen, unsere literarische Wahrnehmung schärfen und uns darüber austauschen, was uns jeweils gefallen hat, uns aufgefallen ist oder aber auf Widerstände stieß.
Um nicht nur »aus dem Bauch« heraus zu urteilen, haben wir an diesem Abend den Literaturwissenschaftler Holger Dainat von der Universität Bielefeld gebeten, am Konzept und an der Begleitung des Gesprächs mitzuwirken.
Beginnen möchten wir unser Gespräch/unsere Unterhaltungen an diesem ersten Abend mit dem Roman von Saša Stanišic: »Wie der Soldat das Grammofon repariert.« (btb Taschenbuch, 9,99 €)
Stanišic wurde 1978 in Višegrad/Bosnien- Herzegowina geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Roman »Vor dem Fest« wurde 2014 mit dem Leipziger Buchpreis ausgezeichnet. 2016 erschien ein Band mit Erzählungen »Fallensteller«.

Donnerstag, 8. Juni 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt frei

Ingeborg Gleichauf
Poesie und Gewalt. Das Leben der Gudrun Ensslin

Nach Ihren bemerkenswerten Biographien über Hannah Arendt, Simone de Beauvoir, Max Frisch und Ingeborg Bachmann wendet sich die Freiburger Literatur-wissenschaftlerin und Publizistin Ingeborg Gleichauf nun mit Gudrun Ensslin einer der umstrittensten Figuren der siebziger Jahre zu.

Fast stereotyp wurde Gudrun Ensslin von ihrem Lebensende her als Teil der Führungsspitze der RAF gedeutet - so bei Stefan Aust in seinem Buch „Der Baader-Meinhof-Komplex“, so auch bei Gerd Koenen oder Hans Magnus Enzensberger. Ingeborg Gleichaufs Interesse ist ein weiter gefasstes: sie leuchtet die Stationen der Lebensgeschichte Ensslins aus, das Hineinwachsen in das intellektuelle Bürgertum Nachkriegsdeutschlands, sieht in ihr die literarisch hochgebildete Person, schildert die Zeitumstände, die die Entwicklung hin zur Gewaltbereitschaft begünstigt haben. Einer der Hauptgedanken in Gleichaufs Buch: Ensslins intensive Schreibtätigkeit und die Literaturbegeisterung wurden bestimmend für ihre Weltanschauung – so die Beschäftigung mit dem Schriftsteller Hans Henny Jahnn und seiner großen Romantrilogie "Fluß ohne Ufer" im Zusammenhang mit der Arbeit an ihrer Promotion. Sie habe die Ablösung von Religion und Moralkodex des elterlichen Pfarrhauses forciert. Jahnns Verklärung der Tat (und der Tatkraft) als einzig gültigem Ausdruck eines Menschenlebens finde – so Gleichauf –gewissermaßen ihre Entsprechung in  den militanten Erlösungsphantasien der RAF.

Nicht zuletzt handelt "Poesie und Gewalt" als  besondere Verbindung von Erzählung und Analyse auch von der Schwierigkeit oder gar Unmöglichkeit einer Biografie, die immer nur Annäherung sein kann.

Ingeborg Gleichauf, geboren 1953 in Freiburg im Breisgau, ist Literaturwissenschaftlerin und Publizistin
Ingeborg Gleichauf, Poesie und Gewalt. Das Leben der Gudrun Ensslin
Klett-Cotta, 22,– €

Mittwoch, 31. Mai 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt: 8,–/ 6,– €

Karin Wetterau
68 - Täterkinder und Rebellen. Familienroman einer Revolte

68, immer schon Gegenstand heftiger Kritik von „rechts“, ist in den letzten Jahren zur Zielscheibe „linker“ Kritik geworden. Die 68erInnen, so wird von einigen Historikern – darunter ehemalige Aktivisten der Bewegung – behauptet, seien allen Legenden zum Trotz in Wahrheit ihren Nazi-Eltern „schrecklich ähnlich“ gewesen: in ihrem Denken, in ihrem Handeln und in ihrer verhängnisvollen Neigung zu politisch motivierter Gewalt.

Im Spannungsfeld solcher Anwürfe und Kontroversen führte Karin Wetterau Gespräche mit beteiligten ZeitzeugInnen und InitiatorInnen der 68er-Bewegung. Sichtbar werden Kontinuitäten und Brüche im Selbst-findungsprozess einer politischen Generation, zu deren einschneidenden frühen Erlebnissen eine Kindheit im Krieg, die Trümmerlandschaften der Nachkriegszeit und die Konfrontation mit den Verbrechen des National-sozialismus gehören. Das herrschende Erinnerungstabu in der politischen Kultur der 50er und 60er Jahre und das Schweigen in den Familien über die eigene Beteiligung verdichten sich für die Nachgeborenen zu einem Szenario, in dem der Faschismus nicht als Vergangenheit, sondern in den politischen Auseinandersetzungen und in der Konfrontation mit einer feindseligen Bevölkerung als aktuelle Bedrohung erlebt wird. Dies wird zur explosiven Triebkraft einer Revolte, die in der deutschen Nachkriegsgeschichte einzigartig ist.
Im Gespräch mit der Bielefelder Historikerin Ingrid Gilcher-Holtey, die den Blick noch einmal auf die historischen Ereignisse rund um 68 weitet, sollen diese Überlegungen vorgestellt und diskutiert werden.

Karin Wetterau, nach vielen Jahren im LehrerInnenberuf seit Anfang der 1990er Jahre Lehrbeauftragte an der Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld und Lehrerin im Hochschuldienst
Ingrid Gilcher-Holtey, Universität Bielefeld, Fakultät für Geschichts-wissenschaft mit dem Schwerpunkt Zeitgeschichte; zahlreiche Veröffentlichungen zu 1968( zuletzt: A Revolution of Perception? Consequences and Echoes of 1968 )

Karin Wetterau,68.Täterkinder und Rebellen. Familienroman einer Revolte, Aisthesis Verlag 2017, 28,- Euro

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Rosa-Luxemburg-Club Bielefeld

Dienstag, 16. Mai 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt: 4,–/ 3,– €

Olga Grjasnowa
Gott ist nicht schüchtern

Amal und Hammoudi sind jung, schön und privilegiert, und sie glauben fest an die Notwendigkeit einer Revolution in Syrien. Als sie ausbricht, feiert Amal gerade ihre ersten Erfolge als Schauspielerin und träumt von kommendem Ruhm. Zwei Jahre später wird sie im Ozean treiben, weil das Frachtschiff, auf dem sie nach Europa geschmuggelt werden sollte, untergegangen ist. Sie wird ein Baby retten, das sie zu sich nimmt. Hammoudi hat gerade sein Medizinstudium beendet und eine Stelle im besten Krankenhaus von Paris bekommen. Er fährt nach Damaskus, um die letzten Formalitäten zu erledigen. Noch weiß er nicht, dass er seine Verlobte Claire niemals wiedersehen wird. Dass er mit hundert Wildfremden auf einem winzigen Schlauchboot hocken und darauf hoffen wird, lebend auf Lesbos anzukommen. In Berlin werden sich Amal und Hammoudi wiederbegegnen: zwei Menschen, die alles verloren haben und nun von vorn anfangen müssen.
Olga Grjasnowas Romane erinnern uns daran, dass es nicht nur diese eine Welt vor unserer Haustür gibt, sondern sehr viele Welten, und dass es sich lohnt, sie kennenzulernen. Ihr neues Buch ist ein erschütterndes Dokument unserer Zeit.

Olga Grjasnowa wurde 1984 in Baku, Aserbeidschan geboren. Im Alter
von elf Jahren kam sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Später verbrachte sie längere Zeit in Polen, Russland und Israel. Für ihren Debütroman »Der Russe ist einer, der Birken liebt« wurde sie mit dem Klaus- Michael Kühne-Preis und dem Anna Seghers-Preis ausgezeichnet.

Olga Grjasnowa, Gott ist nicht schüchtern
Aufbau Verlag | 22,– €

Montag, 15. Mai 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt: 8,–/ 6,– €

Buchstabensalat
Wir stellen Neuerscheinungen vor

Und wieder sind in diesem Frühjahr so viele neue Bücher erschienen – Romane, Sachbücher, Lyrikbände, Bilderbücher, Kinderbücher und vieles mehr. Wir lesen Rezensionen, hören Buchbesprechungen im Radio, stöbern in anderen Buchhandlungen oder sprechen mit Freunden und Freundinnen, was wir unbedingt lesen sollten. Was könnte spannend sein, was macht neugierig? Und wie stößt man auf gute Bücher jenseits der Feuilletons?
An diesem Abend möchten wir Ihnen unsere literarischen Entdeckungen vorstellen, das, was uns begeistert, uns bewegt, verunsichert oder auch geärgert hat. Aus der Fülle des Angebots möchten wir Ihnen einige ausgewählte Titel ans Herz legen, mit Ihnen darüber ins Gespräch kommen oder auch von Ihnen auf interessante Bücher aufmerksam gemacht werden.

Wir freuen uns auf einen anregenden Abend mit Literatur, Wein und Gebäck.

Freitag, 28. April 2017
Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr Eintritt: 3,00 €

Alina Herbing
Niemand ist bei den Kälbern

Sommer in Schattin, Landkreis Nordwest-mecklenburg. Christin ist gerade auf den Bauernhof ihres langjährigen Freundes Jan gezogen. Die Aufbruchsstimmung der Nachwendejahre, die ihre Jugend prägten, ist längst dahin, doch für Jan ist der väterliche Betrieb trotz sinkender Milchpreise noch immer das Wichtigste im Leben. Christin hingegen will nur weg. Aber wo soll sie hin ohne Ausbildung? Unüberwindbar scheinen die Grenzen, und so bleiben die immer gleichen Dorffeste, die immer gleichen Freunde, der arbeitslose Vater und der Kirschschnaps aus dem Konsum. Bis Windkrafttechniker Klaus aus Hamburg auftaucht und Christin glaubt, einen Fluchtweg gefunden zu haben.

Unerschrocken und mit großer Wucht erzählt Alina Herbing vom Landleben, wie es wirklich ist, von einer Jugend ohne Zukunft und einer vergessenen Region zwischen Ost und West.
In einem Interview sagte Alina Herbing: »Während andere in meinem Alter auf bilingualen Gymnasien Planspiele spielten, trank ich Wodka-RedBull mit Neo-Nazis.« Mit »Niemand ist bei den Kälbern« schafft Alina Herbing ein starkes Gegengewicht zu den romantisierenden Landleben- Romanen der letzten Zeit.

Alina Herbing, geboren 1984 in Lübeck und aufgewachsen in Mecklenburg-Vorpommern, lebt in Berlin. Sie studierte Geschichte und Germanistik in Greifswald sowie Literarisches Schreiben in Hildesheim. »Niemand ist bei den Kälbern« ist ihr erster Roman.

Alina Herbing, Niemand ist bei den Kälbern
Arche Literatur Verlag | 20,– €

Donnerstag, 27. April 2017
Buchladen Eulenspiegel, 20.00 Uhr
Eintritt 8,– / 6,– €

Anne Wizorek
Weil ein #Aufschrei nicht reicht. Für einen Feminismus von heute

Anne Wizorek, Netzaktivistin und Autorin, löste mit ihrem Twitter-Hashtag #aufschrei einen riesigen Sturm im Netz aus. Tausende Frauen nutzen diesen als Ventil, um ihren Erfahrungen mit dem alltäglichen Sexismus Luf zu machen. Der Erfolg der Aktion – 2013 wurde der Hashtag zudem mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet – macht deutlich: Von Geschlechtergerechtigkeit sind wir noch weit entfernt, sexuelle Belästigung und Diskriminierung bleiben ein brennendes Problem.
Sehr persönlich beschreibt sie in ihrem Buch »Weil ein #Aufschrei nicht reicht« ihren Weg zur Aktivistin und ermutigt dazu, selbst aktiv zu werden und zeigt auf, warum unsere Gesellschaft dringend eine neue feministische Agenda braucht. Anne Wizorek wird aus ihrem Buch lesen; anschließend gibt es die Möglichkeit, mit der Autorin ins Gespräch zu kommen.

Anne Wizorek, geboren 1981 in Rüdersdorf bei Berlin, ist Medienberaterin, Feministin, Netzaktivistin und Autorin. Sie betreibt den Blog »kleinerdrei«.

Die Veranstaltung fndet in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaf sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Bielefeld statt.

Anne Wizorek, Weil ein #Aufschrei nicht reicht.
Für einen Feminismus von heute.
S. Fischer Verlag | 14,99 Euro

 Mittwoch, 5. April 2017
 Buchladen Eulenspiegel
20.00 Uhr | Eintritt frei 

 

Malou Berlin
Brandspuren

In einer brandenburgischen Kleinstadt wird Mitte der neunziger Jahre ein Brandanschlag auf das Haus einer türkischen Familie verübt, die schwerverletzt überlebt.
Zwanzig Jahre später beginnt der Roman mit der Nachbarin Wilma, 76 Jahre alt, androgyn, kauzig und zurückgezogen. Mit ihrer Tochter Petra hat sie keinen Kontakt mehr, dafür ist ihre Beziehung zu ihrer Enkelin Anna umso liebevoller. Diese lebt mitten in Kreuzberg und will sich mit ihrer deutsch-türkischen Freundin Jale mit einem Modelabel selbständig machen. Die beiden Frauen überlegen, die Schneiderwerkstatt in das Haus der Großmutter zu legen. Doch die Ereignisse zwanzig Jahre zuvor holen Wilma und Anna, die damals fünf Jahre alt war, ein. Und nicht zuletzt durch den Zuzug Hunderter geflüchteter Menschen verändert sich die Situation im Ort und zwischen den Frauen.
Eine Geschichte, die aktueller nicht sein könnte und die differenziert und berührend zeigt, dass niemand sich aus der Verantwortung stehlen kann.

Mittwoch, 29. März 2017
Buchladen Eulenspiegel 20:00 Uhr
Eintritt: 6.-/4.- €

 

Diese Veranstaltung findet statt im Rahmen der Bielefelder Aktionswochen: Rassisimus nicht mit mir! 01. - 31. 03. 2017